Der Verein

Antweiler ist der Gründungsort des Streuobstvereins, der 2011 aus einem Arbeitskreis „Umwelt“ im Rahmen des Standortmarketings der Verbandsgemeinde entstanden ist. Zweck des Vereins ist die Förderung des Natur-, Landschafts- und Umweltschutzes rund um das Streuobst und damit der Förderung eines ökologisch bedeutsamen Kulturgutes in der Eifel. Der Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“ hat zurzeit etwa 60 Mitglieder.

Wir haben als Ziele…

  • die Förderung des Naturschutzbewusstseins bei der Bevölkerung durch Information, Aktivitäten und Projekte rund um den Streuobstbau,
  • die Unterstützung der Zusammenarbeit von Naturschützern wie auch natürlichen und juristischen Personen, die an der Erhaltung als auch Pflege der Streuobstbestände interessiert sind,
  • die Sicherung der bestehenden Streuobstbestände zum Beispiel durch die Organisation von Schnittkursen,
  • die Schaffung von Gelegenheit zum Obstsaftpressen, besonders bei Äpfeln,
  • die Förderung der Neupflanzung von hochstämmigen Obstbäumen in den Gemeinden,
  • nicht zuletzt durch die Anlage einer Streuobstwiese durch den Verein und damit begleitend die intensive Öffentlichkeitsarbeit zur Erhaltung und zum Ausbau des hochwertigen Lebensraumes „Streuobstwiese“.

Foto: Dieter Rader (Streuobstverein)

Wissen um die Streuobstwiesen erfahren lassen und vermitteln – Begeisterung wecken, Kulturlandschaft bewahren und weiterentwickeln!

Die Information bzw. Aufklärung der Öffentlichkeit zum Thema „Streuobstwiese“ setzt bei ganz jungen Menschen an – also sicher schon im Kindergarten bzw. in der Kindertagesstätte und in der Schule mit der Spende und der Einpflanzung von Obstbäumen! Sie setzt sich fort beim Angebot für den Kauf von jungen Obstbäumen für Hausbesitzer für den eigenen Garten oder die Wiese und geht weiter mit dem Angebot der Möglichkeit zur jährlichen Obstpressung im Herbst in einer mobilen Obstpresse vor Ort in Antweiler an der Ahr.

Aktivitäten des Vereins

Was uns am Herzen liegt

Pflanzung von Bäumen in Schulen bzw. mit Schulen

Schon sehr früh nach Entstehung des Vereins haben wir an Schulen und Kindergärten Obstbäume mit den Kindern und Jugendlichen gepflanzt.

Der einzelne Baum bzw. idealerweise die Streuobstwiese kann ein naturpädagogisches Projekt als „Klassenzimmer im Grünen“ im Bildungsbereich werden.

Bei einem längeren Termin können Schülerinnen und Schüler das Ökosystem „Streuobstwiese“ kennenlernen. Unter Anleitung von Pädagogen lernen sie praxisnah und handlungsorientiert Zusammenhänge in der Natur kennen.

Sie erledigen jahreszeitlich anfallende Arbeiten in der Obstwiese und können dabei die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt erleben. Im besten Fall umfasst das Gesamtpaket „Streuobstwiese“ eine Reihe von einzelnen Modulen, die der Streuobstverein „Eifel/Ahr e.V.“ im Laufe der Zeit aufbauen will.

Der Verein wird von Winfried Sander geführt – als Geschäftsführer des Vorstands, Vorsitzender ist Peter Richrath, Bürgermeister von Antweiler und Schatzmeister ist Reinhart Fuchs.

Die Grundschule Antweiler pflanzt mit BM Peter Richrath, die Förderer schauen zufrieden zu
Die Grundschule Antweiler pflanzt mit BM Peter Richrath, die Förderer schauen zufrieden zu
Der Kindergarten Antweiler pflanzt
Der Kindergarten Antweiler pflanzt

Unsere Streuobstwiese

Der Verein hat eine eigene Streuobstwiese im Leimbachtal und berichtet über die Entstehung, die Pflege und die aktiven Vereinstreffen dort. Wir laden Naturfreunde, Ausflügler und Lehrer und Schüler ein, sich mit der Streuobstwiese als Lebensraum zu beschäftigen. Es sind die Lebewesen auf der Wiese und die Bäume in der Flussaue, es sind die Insekten der Eifel als natürliche Bestäuber und auch die wilden „Knabberfreunde“ an den Bäumen: Rehe und Hirsche von oben, die Wühlmaus von unten.

Die Lage

Die Streuobstwiese des Vereins befindet sich am Frauenbach kurz vor der Einmündung in den Gilgenbach. Sie liegt  am Weiler Adorferhof  gleich hinter dem  Ort Leimbach. Leimbach liegt im Landschaftsschutzgebiet Rhein-Ahr-Eifel. Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile Leimbach, das im Tal des Adenauer Baches liegt, und Gilgenbach mit dem Weiler Adorferhof. Nachbargemeinden sind Dümpelfeld im Norden, Kaltenborn im Osten, Adenau im Süden sowie Reifferscheid im Westen. Der höchste Berg im Leimbacher Gemeindegebiet ist die Hohe Warte, ein langgezogener Bergrücken, der mit 628 Metern Meereshöhe zu den höheren Erhebungen der Hocheifel zählt. Doch so hoch liegt zum Glück das das Leimbachtal nicht. Mit einer Höhe von 270 Meter über dem Meeresspiegel bietet es ein Klima, in dem Obstbäume wachsen können.

Wie kam es zu einer eigenen Streuobstwiese?

Ausganspunkt der eigenen Streuobstwiese war eine Initiative des Bundesumweltamtes Naturschutz für das Gebiet Oberahr-Hocheifel (Adenau). Das Ministerium finanzierte 60 % auf Bundesebene, das Land Rheinland Pfalz 30 % und der Kreis Ahrweiler 10 %.

Verantwortliche Projektleiterin war die Biologin Dr. Maria Dommermuth aus Ockenfels, die in Ahrweiler (2015) arbeitete. Ziel war hier vor allem der Schutz der Gewässer und deren Ränder. Zunächst der Fluss/Bach, dann die Aue und daran anschließend die Wiesen. Oft waren diese mit Fichten bewachsen. Diese sollten gefällt und die Wiese mit Obstbäumen wiederhergestellt werden. Durch dieses Projekt konnte die Fläche von fast 5000 m2 im Leimbachtal gepachtet werden und in eine Streuobstwiese verwandelt werden. Heute noch sieht man im weiteren Leimbachtalverlauf Reste alter Obstbäume.

Das Naturschutzprojekt Obere Ahr Hocheifel

“Ein besonderes Merkmal der Mittelgebirge sind die eingebetteten offenen Wiesentäler und ihre Abgeschiedenheit auf mehreren Kilometern Länge - heute eine Seltenheit.“

Das 2011 angesetzte nationale Programm des Bundesamtes für Naturschutz (BFN) hatte das Ziel, die biologische Vielfalt zu unterstützten und wenn möglich zu erhalten. Daraus entstand das Naturschutzprojekt „Obere Ahr/Hocheifel“, das im Landkreis Ahrweiler für die Fläche der gesamten Verbandsgemeinde Adenau vom Bundesamt für Naturschutz, vom Land Rheinland-Pfalz und vom Landkreis Ahrweiler mit insgesamt etwa 11 Millionen Euro Investitionssumme auf den Weg gebracht worden ist.

Ziel
„Ziele des Vorhabens sind der Schutz und die naturnahe, eigendynamische Entwicklung des Gewässersystems der Oberen Ahr in Rheinland-Pfalz. Dazu gehören neben den Gewässern selbst auch die angrenzenden Niederungen mit vielfach extensiver Grünlandnutzung. Dieser reich strukturierte ökologische Gesamtkomplex soll als Lebensraum für die charakteristischen naturraumtypischen Pflanzen- und Tierarten erhalten und entwickelt werden. Dazu dienen neben dem Grunderwerb weitere Maßnahmen wie z.B. die Entfernung von Ufer- und Sohlverbau, die Beseitigung von Wanderbarrieren, die Reaktivierung von Altarmstrukturen und Auegewässern, die Förderung der Breitenentwicklung der Gewässer mit Hilfe von Strömungslenkern und Geschiebedepots, die Sicherung von Gewässerrandstreifen, die Wiedervernässung der Aue und die Grünlandextensivierung.“ Zitat aus der Projektbeschreibung